Hast Du Angst vor dem Tod?

Der Tod, das Sterben gehören nicht gerade zu unseren Lieblingsthemen. Warum auch über den Tod nachdenken, oder gar sprechen, wenn wir doch leben?

Was nimmt uns der Tod weg? Was beendet er, was halten wir fest? Ist das eigene Sterben bedrohlicher, oder die Angst vor dem Verlust, vor dem Danach, vor dem Leben - ohne wen oder ohne was?


"Haben Sie Angst vor dem Tod?", fragte mich Anne. "Die meisten Menschen haben Angst davor. Es ist sogar eine der häufigsten Ängste von Menschen."

"Ich weiß es nicht", antwortete ich. "Ich habe den Eindruck, dass es im Leben eine Menge zu tun gibt, und ich möchte nicht sterben, bevor ich die Gelegenheit hatte, alles zu tun, was ich möchte. Aber ich denke nicht jeden Tag über den Tod nach."

"Menschen, die sich die Frage auf der Karte nicht gestellt haben und die nichts unternommen haben, um ihren Zweck der Existenz (ZDE) zu erfüllen...."Anne hielt inne: "....diese Menschen haben Angst vor dem Tod", sagte sie.

Ich war eine Weile sprachlos und sah Anne und Mike fragend an: "Wollen Sie damit sagen, dass die meisten Menschen jeden Tag über den Tod nachdenken? Das glaube ich nicht."



Mike lächelte. "Nein, so ist es auch nicht. Wir sprechen hier in erster Linie von der unterbewussten Ebene. Die meisten Menschen denken nicht jeden Tag bewusst über den Tod nach. Aber unterbewusst wissen sie, dass sie mit jedem verstrichenen Tag einen Tag weniger die Chance haben, die Dinge zu tun, die sie sich im Leben wünschen. Daher haben sie Angst vor dem Tag X irgendwann in der Zukunft, an dem es keine Chance mehr geben wird. Sie haben Angst vor dem Tag an dem sie sterben werden."


"Aber so muss es doch nicht sein, oder? Ich meine, wenn jemand sich selbst fragen würde, warum er hier ist, wenn er die Dinge tun würde, die er möchte und die seiner Bestimmung entsprechen, warum sollte er dann Angst vor dem Tod haben?"

Aus: Das Café am Rande der Welt von John Strelecky